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Guatemala Kolumbien            

Mein Zivildienst in Guatemala

Wenn man den Zivildienst im Ausland macht, heißt es dann nicht mehr Zivildienst, sondern „Anderer Dienst im Ausland“. Die einzige Bedingungen vom Gesetzgeber sind, dass der „Andere Dienst im Ausland“ bei einer gemeinnützigen Einrichtung geleistet werden muss, am besten ehrenamtlich. Man muss alle Auslagen angefangen von den Flugtickets bis hin zur persönlichen Versorgung vor Ort, nebst einiger vorgeschriebener Versicherungen, selber tragen. Manche Einrichtungen geben von sich aus ein kleines Taschengeld.
Ich habe meinen Anderen Dienst im Ausland in einem Projekt für Kinder in Guatemala getan. Als Aufwandsentschädigung bekam ich Verpflegung und Unterkunft gestellt. Während des Jahres musste ich alle drei Monate einen Bericht an meinen Träger schreiben. Der Träger regelt den formellen Kram und garantiert vor dem Gesetz die Gemeinützigkeit des Projektes. Aus allen vier Berichten habe ich diese Zusammenfassung zusammengeschrieben.

1.

Das Projekt „Casa Guatemala“

2.

Casa Guatemala in Rio Dulce

1)

Das Kinderdorf des Casa Guatemala

a)

Das Arbeiten mit den Kindern

b)

Das Arbeiten auf der Farm

c)

Das Leben der Volontäre im Kinderdorf

2)

Das Hotel „Backpackers“

3)

Das Geschäft „Granja de los Niños“

 

3.

Nützliche Details für Nachahmer

4.

Unterwegs in Guatemala: Tikal und Semuc Champey

5.

Büchertipps

 1. Das Projekt „Casa Guatemala“

Das Projekt „Casa Guatemala“ wurde 1977 von zwei Kanadiern, damals noch unter dem Namen „Casa Canada“, auf privater Initiative ins Leben gerufen. Ziel war es, das Leid vieler unterernährter, misshandelter, verstoßener oder verwaister Kinder zu lindern und ihnen zu helfen. Als die beiden Kandier aus politischen Grünen 1979 das Land verlassen mussten, übernahm Angie Galdámez aus Honduras das Projekt mit dem heutigen Namen. 1982 überlies die Gemeinde „Las Brisas“ am Ufer des Rio Dulce Casa Guatemala ein großes Grundstück. Als Gegenleistung sollte Casa Guatemala für diese und umliegende Gemeinden eine schulische und medizinische Versorgung sicherstellen. Casa Guatemala erhält keine staatlichen Zuwendungen. Deshalb ist das Projekt  seit seiner Gründung bis heute auf Unterstützung von privaten Spendern oder ehrenamtlichen Hilfskräften angewiesen.
Heute gehören zum Casa Guatemala eine Kinderklinik sowie ein Hauptquartier in der Hauptstadt und im Ort von Rio Dulce das Hotel „Backpackers“ und das Geschäft „Granja de los Niños“ und etwas flussabwärts vom Dorf das Kinderdorf des Casa Guatemala.

2. Casa Guatemala in Rio Dulce

Rio Dulce liegt am östlichen Ende des „Lago de Izabal“ an einer Flussenge. In einigen älteren Karten auch als „El Relleno“ oder „Fronteras“ ausgezeichnet. Mit dem Bau der Brücke über den Rio Dulce (mit 860 Metern derzeit die längste Brücke in Mittelamerika) vor 21 Jahren wurden die beiden Dörfer El Relleno und Fronteras zur Gemeinde Rio Dulce zusammengefasst. Rio Dulce selber hat keine Sehenswürdigkeiten. In der Nähe liegt das „Castillo San Felipe“ (ein altes Schloss der Spanier) und die „Finca Paraiso“ (ein warmer Wasserfall). Entlang der einzigen (Haupt)Straße gibt es viele Geschäfte und Apotheken, die einen mit dem Nötigsten wie Lebensmittel, Kosmetik, Eisenwaren, Frisör usw. versorgen.



Die Brücke von Rio Dulce


Rio Dulce - Fronteras


2.1) Das Kinderdorf des Casa Guatemala

Das Kinderdorf befindet sich etwa 5 Kilometer flussabwärts vom Ort Rio Dulce. Es ist direkt am Ufer des Flusses und am besten mit dem Boot erreichbar. Als man hier vor 20 Jahren anfing, standen die ersten Häuser inmitten des Urwaldes. Heute hat sich der Wald an den besiedelten Stellen gelichtet. Zum Kinderdorf gehören eine Schule, eine kleine Klinik und ein Bauernhof.
Im vorderen Bereicht, nahe der Anlegestelle befinden sich die Schule mit dem Lehrerhaus, der Comedor (Speisesaal) und die Schlafhäuser der Jungen und Mädchen. Wenige Meter weiter ist der Sportplatz mit dem noch nicht fertiggestellten Schulneubau zur letzten Laterne. Bis hierher gibt es wenigstens zeitweise Strom.



Das Empfangsgebäude


Der Essensaal


Folgt man dem Weg über eine Brücke über sumpfiges Gelände, gelangt man zum hinteren Teil des Kinderdorfes. Hier befindet sich die Farm mit den Stallungen für Schweine und Hühner und dem Gewächshaus und das Haus der Freiwilligen. In der Farm im Casa Guatemala gab es nach letztem Stand etwa 5000 Hühner und etwa 200 Schweine. Hühner und Schweine werden stets vor Ort geschlachtet und an das Geschäft in Rio Dulce, der „Tienda“, geliefert und von dort aus verkauft. Einmal pro Woche werden ein bis zwei Schweine oder 100 Hühner (meist die, die zum Verkauft nicht geeignet sind, weil sie z.B. zu alt sind) für die Küche geschlachtet. Täglich werden etwa 1000 Eier gelegt. Davon geht ein Drittel an die Küche im Kinderdorf, der Rest wird ebenfalls in der Tienda verkauft.



Die Klinik


Das Haus der Lehrer


Mit zur Farm gehört landwirtschaftliche Fläche für Korn und Mais und das Gewächshaus. Der Bau des Gewächshauses wurde von der deutschen Botschaft in Guatemala Stadt finanziert, hier wird mit Methoden experimentiert, um Gemüse schnell und preiswert zu züchten. Der Ertrag der doch sehr kleinen Felder reicht nicht aus, um das Kinderdorf davon zu ernähren. Hinzu kommt, dass die Ernteperioden zu lang sind deshalb eine zuverlässige Versorgung ausscheidet. Gemüse wird einmal pro Woche in der Hauptstadt eingekauft.
Hierbei sei erwähnt, dass das gesamte Essen im Kinderdorf aus Spenden finanziert wird. Die Küche im Kinderdorf muss täglich dreimal für rund 150 Leute kochen, in der Woche sind es zum Mittagessen 200. Bislang ist Casa Guatemala nicht in der Lage, sich selbst zu erhalten. Nicht nur das Essen, sondern auch die Gehälter aller bezahlten Arbeitskräfte werden aus Spenden finanziert.

a) Das Arbeiten mit den Kindern

Ich war einer der ehrenamtlichen Helfer, der Volontäre. Die Volontäre im Casa Guatemala sind in erster Linie für die kleinsten der Kinder, die „Chiquitos“ zuständig. Die Chiquitos sind zwischen 2 und 6 Jahre alt. Zu meiner Zeit gab es drei verschiedene Dienste:

1. Die „Chiquito-Shift“. Die Chiquito-Shift umfasste drei Schichten, die von einem Team von drei Volontären den ganzen Tag über wahrgenommen werden. Morgens von 5:30 bis 7:30, mittags von 11:00 bis 13:00 und nachmittags von 16:00 bis 19:00. Zwischendurch hat das Team Ruhepause. Meistens wurde im Volontär-Haus Tee getrunken oder kollektive Schlafparty veranstaltet - natürlich jeder in seinem Bett. Zu den Aufgaben der Volontäre gehört, die Kinder zum und beim Essen zu begleiten und sie beim Spielen zu beaufsichtigen. Am Morgen und am Abend muss man ggf. zusätzlich den Kindern beim An- oder Ausziehen oder beim Waschen und Duschen helfen.
Ein Freiwilliger schläft mit den Kindern. Da die Nacht mit den Kindern keinesfalls Schlaf garantiert, hat derjenige am folgenden Tag frei. Er kann entweder nach Fronteras fahren oder seine Zeit sonst irgendwie totschlagen. Leider gibt es außer dem Arbeiten im Kinderdorf nicht viele Beschäftigungsmöglichkeiten.

2. Pre-Kinder (Kindergarten/ -krippe) und Escuela (Vorschule). Wenn das Chiquito-Team Pause hat, werden die Chiquitos nach Alter getrennt. Die ganz kleinen können weiter spielen, die etwas größeren - dabei ist nicht unbedingt das Alter ausschlaggebend - haben Vorschule. In der Vorschule werden Farben, Formen oder das Zählen gelehrt. Pre-Kinder und Escuela werden von jeweils zwei Volontären übernommen.



Timo


Sébas


b) Das Arbeiten auf der Farm

Ein bis zwei Volontäre dürfen sich auf dem Bauernhof nützlich machen. Hierfür prädestiniert sind Langzeit-Volontäre, denn die Einarbeitungszeit auf dem Bauernhof ist um Wochen länger als bei den anderen Jobs. Zur Arbeit in der Farm gehört im Wesentlichen das Überwachen der Eierproduktion. Jeden Nachmittag um 16:00 müssen die Eier zuerst nach Käfig getrennt gezählt werden. Anschließend werden die Eier nach Größe sortiert und die Mengen protokolliert. Kleine gehen an die Küche, die mittleren und großen müssen mit dem Boot nach Rio Dulce zum Geschäft (der „Tienda“) gefahren werden. Auf dem Weg zur Tienda muss man manchmal Hotels und Restaurants am Flußufer anfahren und dort Eibestellungen abgeben. Hinzu muss man sich darum kümmern, dass ggf. Schweine bestimmte Impfungen bekommen, d.h. Termine und Zeitpunkte und die Art der Impfung errechnen oder bestimmen. Einmal pro Woche wird der Bestand an Hühnern und Schweinen erfasst. Ggf. müssen neue Futtermengen ausgerechnet werden und vorgesehene Schlachtungen berücksichtigt werden. Unregelmäßigkeiten z.B. in der Eierproduktion oder ein verändertes Verhalten der Tiere, insbesondere der Hühner, müssen genauestens beobachtet und ggf. sofort an Angie gemeldet werden - da muss man auch schon mal in den Käfig und den Kot auf Blutspuren untersuchen. Sofern möglich werden Antibiotika o.ä. bestellt. Ein krankes Huhn beispielsweise kann den ganzen Bestand zu Grunde richten. Es gibt englisch und spanisch-sprachige Bücher, die ein bißchen weiter helfen; im Zweifel weiß Angie bescheid oder kennt jemanden, der’s weiß. Für das Füttern, für Schlachtungen und für körperlich schwere Arbeiten gibt es bezahlte Arbeiter aus dem Dorf hinterm Kinderdorf. Natürlich darf man auch gern selber mit anfassen. Mit ein bisschen Verständnis für die lateinamerikanische Gelassenheit kann man sich mit den Leuten auf der Farm gut verstehen und auch auf ihre Hilfe und Zusammenarbeit zählen.
Die Arbeit auf dem Bauernhof ist nichts für nebenbei. Das schließt dennoch nicht aus, dass man auch schon mal eine Chiquito-Shift übernimmt, wenn man will und das zeitlich passt.
Im Laufe meines Jahres lernte ich fast alle Arbeitsbereiche im Kinderdorf, im Hotel und im Geschäft kennen. Immer wenn mir zu sehr Routine aufkam, suchte ich nach Abwechslung mit einer neuen Arbeit.

c) Das Leben der Volontäre im Kinderdorf

Die Volontäre im Kinderdorf organisieren sich selber und eigenverantwortlich. Jeden Donnerstag und Sonntag gibt es eine Versammlung, in der sich jeder für seine Schicht meldet. Je nach Volontäranzahl können hierbei auch Sonderwünsche berücksichtigt werden. Von Zeit zu Zeit gibt es den glücklichen Umstand, dass mehr als die benötigten Volontäre zur Verfügung stehen. Dann findet man Volontäre überall. Zu tun gibt es genug: in der Küche helfen, Englischunterricht, Handwerkliches usw. Gearbeitet wird 3 Wochen am Stück, dann hast Du eine Woche frei. Da Du aber Freiwilliger bist, kannst Du auch abweichende Regelungen treffen. Spreche dies nur mit den anderen Volontären ab.



Das Haus der Volontäre


Das Haus der Volontäre von innen


Das Haus der Freiwilligen ist sehr spartanisch konstruiert und eingerichtet. Es erinnert etwas an eine Scheune. Die Wände sind aus Fliegengittern. So gibt es ein Minimum an Luftzirkulation. Man sucht sich sein Bett, wo mit ein bißchen Glück auch schon eine Schaumstoffmatratze liegt. Weiteres Bettzeug ist nicht inklusive. Es gibt zu keiner Zeit Strom. Zur Ausstattung gehört fließendes, kaltes und chloriertes Wasser (das Wasser im Schwimmbad ist klares Wasser dagegen) und ein Gasherd. Da gelegentlich eine Bazille dochmal das Chlor überlebt, solltest Du Dein Wasser unbedingt immer abkochen. Es ist unter den Freiwilligen so organisiert, dass es einen Fond gibt. Hier zahlt jeder pro Woche ein. Davon werden dann z.B. Tee, Zucker, Klopapier, Streichhölzer und Kerzen gekauft. Wasser gibt es im ganzen Kinderdorf von 4:00 bis 20:30. Kurz vor 19:00 wird es innerhalb weniger Minuten dunkel. Geduscht wird abends zu Not im Kerzenschein. Wer für den nächtlichen Weg zurück zum Haus seine Taschenlampe vergißt, dem hilft bei wolkenlosem Himmel der Mondschein weiter. Eine gefüllte Wasserflasche, eine funktionierende Taschenlampe, trockene Streichhölzer und eine Kerze sind quasi überlebenswichtige Utensilien auf dem Nachtisch.
Frühstück gibt’s um 6:00, Mittag um 11:00 und Abendessen um 17:30. Besteck wird nicht ausgegeben. Wer nicht gerne vom ökonomischen Kollektiv-Metallteller ißt, der sollte sich neben seinem eigenen Besteck auch mit einem kleinen Plasteteller o.ä. versorgen. In der Regel gibt es zu allen drei Mahlzeiten Reis, Frijoles (das sind rote oder schwarze Bohnen; sollte Südamerika-Erfahrenen bekannt sein) und Tortillas (das sind geschmacksneutrale Teigteller aus Mais und Mehl). Ein bis zweimal gibt’s Ei dazu. Eine einzige Abwechslung stellt gelegentlich Fleisch oder Gemüse da. Mit Brot, Milch(pulver) oder Süßem muss man sich selber und auf eigene Rechnung versorgen.

2.2) Das Hotel „Backpackers“

Das Hotel „Backpackers“ gehört mit zum Casa Guatemala. Es ist ein beliebter Traveler-Treff auf der „El Relleno“-Seite am Fuße der Brücke. Wer nicht so gern mit Kindern arbeitet, der kann Casa Guatemala auch mit der Arbeit im Hotel helfen. Kurzzeit-Volontäre, besonders weibliche, werden meistens in der Bar eingesetzt. Andere Arbeitsfelder sind z.B.: die Rezeption, das Restaurant, die Küche und der Internetraum. Je nach eigenem Belieben und Fähigkeiten kann man sich im Hotel nützlich machen. Wer länger bleibt, kann auch zwischen den verschiedenen Bereichen wechseln. Langweilig wird’s garantiert nicht.



Das Hotel Backpackers von oben


Das Restaurant


2.3) Das Geschäft „Granja de los Niños“

Die Tienda ist neben dem Backpackers ein weiteres „geldbringendes Organ“ des Casa Guatemala. Sie befindet sich auf der ehemaligen „Fronteras“-Seite. Hier werden neben importiertem Käse, Wurst und Eis sämtliche Erträge aus der Hühner- und Schweinehaltung der Granja verkauft. Erwirtschaftete Gewinne gehen an den Bauernhof im Kinderdorf. Die größten und zuverlässigsten Gewinne werden durch den täglichen Eierverkauf sowie durch den Verkauf von Hühnchen erzielt. Schweinefleisch kostet pro Kilogramm etwa das dreifache, Rinderfleisch mehr als das fünffache im Vergleich zum Hühnerfleisch - beides ist für die Bevölkerung schlicht zu teuer.
Wer es etwas ruhiger mag, ist in der „Tienda“ gut beholfen. Ob kassieren, bei der Buchhaltung helfen oder auch mal stellvertretend alles managen – Hektik oder Eile kaum hier selten auf.

3. Nützliche Details für Nachahmer

Vorbereitungen: Schreibe Angie eine kurze, informelle Mail, dass Du kommst und für wie lange. Wenn Du spanisch sprichst, ist das kein Nachteil, Du kommst aber auch mit englisch weiter. In circa 3 Monaten haben sich die meisten einen Grundwortschatz in spanisch angeeignet. Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Tetanus müstest Du ohnehin haben, optional vielleicht noch Gelbfieber und Hepatitis. Die Malariaprofylaxe ist wegen der starken Nebenwirkungen sehr umstritten. Ich hatte keine und lebe noch. Das kannst Du ja für Dich selber entscheiden. Bitte beachte: Die Volontäre sind für ihre medizinsche Versorgung selbst verantwortlich.
Wenn Du im Kinderdorf arbeiten willst, wirst Du gebeten 180 USD in einen Fond einzuzahlen, um die Unkosten für Dich zu decken. Dieser Beitrag ist einmalig. Du kannst Dein ganzes Leben lang wieder kommen, ohne erneut zu zahlen. Wer ein Jahr oder länger bleibt, ist von diesen 180 USD freigestellt.

Flug: Es gibt keine Direktflüge nach Guatemala Stadt. Am direktesten sind Lufthansa mit Umsteigen in Mexiko Stadt und Iberia über Madrid. Die Preise sind abhängig von der Saison. Am besten ist es, soweit wie möglich im Voraus buchen. Achtung bei One-Way-Tickets: Flüge von Mittelamerika nach Europa sind im Verhältnis sehr viel teuerer.

Geld: Währung in Guatemala ist der Quetzal (Q). Aktuell entsprechen 10 Q etwa einem Euro. In den meisten Banken und Hotels werden Traveller-Checks und VISA-Kreditkarten akzeptiert. Ich empfehle Dir, für den Notfall eine kleine Menge an Dollars zu haben (am besten in 1er, 5er und 10er Scheinen). Geldautomaten sind nur wenig verbreitet, der nächste ist von Rio Dulce aus gesehen im etwa eine Stunde entfernten Puerto Barrios.
Am krisensichersten ist natürlich ein Bargeldbestand in Quetzales - am besten bestehend aus 5- und 10-Q-Scheinen und vielen „Palomas“ (zu deutsch: Tauben, so werden die 1-Q-Münzen gennant). Schon bei den 20-Q-Scheinen gibt es nicht selten leidige Wechselgeldprobleme.

Zum Kinderdorf in Rio Dulce: Vom Flughafen nimmst Du am besten ein Taxi und läßt Dich zu folgender Adresse fahren: Transportes Litegua, 15 calle 10-40, Zona 1. Das sollte nicht mehr als 20, höchsten aber 30 Quetzales kosten. Wer mutig ist, kann auch mit dem Bus fahren (Linie 84 zu meiner Zeit). Vom Terminal der Transportes Litegua fahren viermal (6.00, 9.00, 11.30 und 13.00 Uhr) täglich Busse nach Rio Dulce.
Wenn Dein Flug zu spät am Abend ankommt, schreibe
Angie rechzeitig eine Email. Dann kannst Du vielleicht eine Nacht im Hauptquartier schlafen. Wenn Du ganz ängstlich bist, kannst Du auch versuchen Dich abholen zu lassen. Zur Not gibt es in der Nähe des Terminals auch Herbergen. Die Nacht sollte nicht mehr als 30 Q kosten.
Die Fahrt nach von Guatemala Stadt nach Rio Dulce dauert 5-6 Stunden und kostete zu meiner Zeit Q 35. Die Busse sind komfortabel, haben aber keine Toilette. Auf halber Strecke gibt’s eine Pause. Wer dennoch dringend auf Klo muss, kann auch mal am Straßenrand seine Notdurft entrichten.
In Rio Dulce musst Du vor der Brücke aussteigen - versuche dies dem Busfahrer oder seinem Helfer zu erklären. Gehe dann rechts unter der Brücke entlang. Em Ende des Weges, kurz vor dem Ufer befindet sich das Hotel Backpackers. Hier meldest Du Dich an der Rezeption. Von hier aus wirst Du weiter zum Kinderdorf vermittelt.

Ausrüstung: Das Kinderdorf liegt immer noch mitten im Urwald. Wenn Du hier arbeiten willst, überlege Dir gut, was Dir von Nutzen ist. Nimm‘ nicht mehr mit, als in Deinen Rucksack passt. Du müsstest mit einigen wenigen T-Shirts oder Hemden, ein paar Shorts und Unterwäsche für eine Woche über die Zeit kommen, wenn Du regelmäßig wäscht - dazu gibt es im Volontärshaus die Möglichkeit, allerdings nur manuell. Ich empfehle Dir aus hygienischen Gründen wenigstens ab und zu 40 Q zu investieren und Deine Wäsche z.B. im „Hotel Bruno's“ mit der Maschiene waschen zu lassen. Meine abgetragenen Kleidung habe ich da gelassen, an ihr erfreuen sich neue Freiwillige oder andere im Kinderdorf. Im Urwald ist es gestattet auch drei Tage mit den gleichen Sachen herum zu laufen. Und wenn Du Dein Besteck vergessen hast, darfst Du auch mit den Fingern essen.
Aber Achtung! Im Urwald läufst Du Gefahr, Dir Gewohnheiten anzueignen, die zurück in der Zivilisation unfein und nur schwer wieder abzustellen sind.
Statt mehr Kleidung packe lieber Deo oder Shampoo bzw. ph-neutrale Seife auf Vorrat mit ein. Kosmetische Pflegeartikel sind in Guatemala im Verhältnis um vieles teurer. Fang bloß nicht an, Dich in Guatemala aus Kostengründen mit normaler Seife zu waschen! Die zerstört den Säureschutzmantel Deiner Haut. Ich habe mir einen tollen Hautpilz eingefangen, der sich dann gleich richtig entfalten konnte und mich noch lange über meine dortige Zeit hinaus begleitete. Überhaupt achte auch bzw. besonders im Dschungel auf Hygiene. Wasche Deine Hände lieber einmal zu viel.
Da die medizinische Versorgung direkt im Kinderdorf auch nicht die Beste ist, laß in Deinem Rucksack Platz für eine kleine Reiseapotheke mit Pflastern, Aspirin, AlkaSeltzer und was Dir sonst noch einfällt. Solltest Du das Gefühl haben einen Arzt brauchen, so gibt es im 30 Minuten entfernten Morales eine Privatklinik. Hier finden sich öfter mal Volontäre mit verschiedenen Leiden ein.

4. Unterwegs in Guatemala

Tikal

Hier fehlt noch was...



Übernachten in Tikal


Unsere Gruppe


Morgens auf Tempel IV


Später auf Tempel IV


Semuc Champey

Hier fehlt noch was...



Semuc Champei


Semuc Champei


Semuc Champei


5. Büchertipps

  • Reiseführer Guatemala, Reise Know-How Verlag, ISBN 3-89416-695-9; in Deutsch geschrieben für Rucksacktouristen.
  • Kauderwelsch Spanisch für Guatemala, Reise Know-How Verlag, ISBN 3-89416-274-0. Super Sprachführer für Anfänger!
  • Pons Reisewörterbuch Spanisch, Klett Verlag, ISBN 3-12-518641-2. Mein Favorit! Hat einen exelenten Grammatik-Teil!
Interessantes

Mehr und größere Bilder im Fotojournal Guatemala:


Homepage von Casa Guatemala (spanisch)


Kontaktadresse Casa Guatemala:

Asociación Casa Guatemala ONG
14 calle 10-63 Zona 1
Guatemala City
Guatemala - CA

Tel / Fax:
+502 2331 9408

E-Mail: casaguatemal@guate.net.gt


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